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Karate-Do ist eine Kunst, in der der Mensch seine Haltung vervollkommnet und dadurch lernt, physische und psychische Grenzen aufzuheben. Karate-Do dient nicht dem Zweck, den Übenden zu einer wettbewerbsfähigen Leistungsgrenze zu bringen. Die Grenzen sind in jedem Menschen verschieden, und das Ziel der Übung ist es, daß jeder einzelne lernt, seine Grenzen zu übersteigen, gleich auf welchem Niveau er ist. Dadurch erhält der Weg des Budo seinen Wert und ist für jeden Menschen von Nutzen. In einem Training, das nur auf die körperliche Leistung zielt, geht der Wert der Übung verloren.

Fortschritt in den Kampfkünsten bedeutet, daß sich jeder Übende beständig einen Schritt weiterbringt, entsprechend seinen körperlichen Möglichkeiten. Auch ein alter oder körperlich schwacher Mensch kann die Kampfkünste üben, wenn er dies versteht. Ein solcher Fortschritt ist qualitativ wertvoller als der Fortschritt eines talentierten Sportlers, der zwar mehr kann, jedoch nur den Körper übt. Der reine Leistungsvergleich körperlicher Fertigkeiten, der nur dem Gewinnen dient, ist im Budo absurd. Darin liegt der Unterschied zwischen Budo und Sport.
Mit Geduld im beständigen Training macht jeder Mensch Fortschritte. Es ist nicht nötig, zu verzagen, wenn andere Menschen die Techniken vielleicht schneller lernen. Die Zeit selbst löst dieses Problem. Vorausgesetzt, dass die innere Haltung stimmt. Um die Kampfkünste zu üben, braucht man kein sportliches Talent. Jeder Mensch kann lernen, seine Grenzen zu besiegen. Dies hat mit Rekorden nicht das Geringste zu tun. Wahrer Fortschritt im Budo ist ein innerer Gewinn. Die Vorstellung vom Sieg über den Gegner ist die Vorstellung des Anfängers von der Kampfkunst.
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