Sprache
Das Japanische ist, wie z.B. auch das Ungarische und Finnische, eine agglutinierende Sprache, das heißt, die grammatischen Bezüge im Satz sowie Zeiten und Aspekte werden durch Anfügung von Endungen ausgedrückt.
Ein Beispiel: chiisai = klein. chiisakun = nicht klein, chiisakatta = war klein, chiisakunakatta = war nicht klein.
Die Aussprache ist verhältnismäßig einfach. Fast alle Wörter bestehen aus zwei Silben mit klaren, offenen Vokalen und der Tendenz, "i" und vor allem "u im Auslaut schwinden zu lassen. Zungenbrecher gibt es keine. Wortbetonung und Satzmelodie sind wenig ausgeprägt, fast schwebend, womit sich auch in dieser Hinsicht beim Sprechen des Japanischen keine allzu großen Schwierigkeiten ergeben. Je tiefer man jedoch in das Japanische vordringt, desto komplexer wird es, da die Sprache stark gesellschaftlich ausgerichtet ist.
Je nach Stellung, Geschlecht und sozialer Beziehung der Gesprächspartner untereinander gibt es höchst verschiedene Ausdrucksweisen, die sich in Wortschatz, Hüflichkeitspräfixen und grammatikalischen Besonderheiten unterscheiden. So existieren z. B. allein für "ich' fünf verschiedene Wörter. Zu diesen Schwierigkeiten kommt noch die japanische Schrift. Japan übernahm Ende des 6. Jhs. mit der chinesischen Schrift ein Zeichensystem, das vollkommen ungeeignet für die Darstellung des Japanischen war.
|