Begrüßung
Begrüßungen sind in Korea sehr wichtig. Beim Gruß wird durch eine leichte (!) Verneigung dem Gesprächspartner Respekt gezollt. Je wichtiger das Gegenüber ist, um so tiefer wird die Verneigung ausfallen. Auch beim Bedanken verbeugt man sich (wobei unter anderem das Alter des anderen berücksichtigt werden muß). Die Tiefe der Verbeugung drückt die Eindringlichkeit des Dankes und der Verbundenheit aus.
Einladungen
Es ist in Korea nicht üblich, daß jeder seine Rechnung für sich bezahlt. Darum wird der Besucher oft zum Essen eingeladen. Man sollte sich also darauf einstellen, sich einladen zu lassen und einzuladen.
Die Koreaner sind sehr gastfreundlich und so wird der Besucher von den unterschiedlichsten Menschen in den unterschiedlichsten Situationen eingeladen, oft sehr kurzfristig. Es ist unhöflich, daraus direkt eine Absicht abzuleiten. Tatsächlich stimmt dies nach meinen Erfahrungen nicht.
Gesicht verlieren
Dieses Konzept des Umgangs hat als Hintergrund ein Cocktail aus Harmonie, Ehre und Respekt. Ganz allgemein wird vermieden, einen anderen Menschen in eine peinliche Situation zu bringen. Was ist aber peinlich?
Peinlich ist es, wenn Wissens- und Bildungslücken offenbart werden. Peinlich ist auch, wenn in einer Gesprächsrunde nicht vereinbare Meinungen aufeinanderzuprallen drohen und trotzdem weiterdiskutiert wird. (Dies ist gerade für Deutsche ein leicht zu erwischendes Fettnäpfchen.) Peinlich ist, wenn Männer aus irgendeinem Grund vor oder von ihren Frauen bloßgestellt werden.
Die Möglichkeiten, eine peinliche Situation heraufzubeschwören, sind mannigfaltig, und so wird jeder seine eigenen Patzer machen. Sollten Sie feststellen, daß sie gerade in einen Fettnapf getreten sind: Thema wechseln und lächeln!
Handeln
In Korea wird beim Kauf ruhig und zuvorkommend gehandelt. Sie sollten - und das gilt allgemein für jede Situation - nicht die Stimme heben, selbst wenn sie sich ärgern. Nach meinen Erfahrungen kann man bei einem Handel ungefähr 10% Preisnachlaß anstreben.
Kleidung
Wie leicht durch Beobachtung festzustellen ist, kleiden sich Koreaner sehr gepflegt und legen außerordentlich viel Wert auf ihr Erscheinungsbild. Ein freakiges Outfit ist sicherlich keine Sünde und wird eher belächelt als geahndet....aber man wird auch keinen Blumentopf gewinnen. Bei offiziellen Anlässen sind Anzug und Krawatte unerläßlich.
Körperkontakt
Körperkontakt ist in Korea ein sehr ambivalentes Thema! Wer einmal durch eine der vollen Straßen in Seoul oder einer anderen Stadt läuft oder in der Metro um einen Sitzplatz buhlt, wird feststellen, daß der Körperkontakt in der Form schamloser Rempelei zur Tagesordnung gehört. Hier tun sich insbesondere die Frauen um 40 hervor, die offenbar bei dieser rüden Art, sich Platz zu verschaffen, Narrenfreiheit genießen. In Deutschland könnte diese Rempelei allemal Anlaß zu einer Auseinandersetzung sein.
Zärtlicher Körperkontakt zwischen Mann und Frau wird dagegen nicht gern gesehen. Die Sitten lockern sich allerdings! So ist es nicht mehr ungewöhnlich, wenn Paare Hand in Hand durch die Straßen gehen. Wer allerdings auf der sicheren Seite sein möchte, sollte einfach jeden Körperkontakt in der Öffentlichkeit vermeiden. Gemischte Pärchen ziehen natürlich die Aufmerksamkeit eher auf sich und sind von daher auch eher im kritischen Blickfeld der Beobachter. In Anbetracht des Frauenmangels in Korea gibt es auch hin und wieder schiefe Blicke von koreanischen Männern, selbst wenn es zu keinem "unsittlichen" Kontakt kommt. Gleichgeschlechtliche Freunde können jederzeit ihre Sympathie durch Körperkontakte bekunden. So ist es nicht ungewöhnlich Männer Hand in Hand zu sehen.
Körpersprache
Vermeiden Sie es mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Winken Sie Ihr Gegenüber mit den Fingerspitzen nach unten heran.