
Die koreanische Musik ist stark von der chinesischen beeinflußt, die zwischen dem 7. und dem 10. Jahrhundert nach Korea gelangte. Die koreanische Musik, die sich durch ihr reichhaltiges Instrumentarium und durch Pentatonik auszeichnet, beeinflußte wiederum nachhaltig die japanische Musikentwicklung.
Der ursprüngliche, bodenständige Charakter der koreanischen Musik findet sich nur noch in der Volksmusik. Deren besondere Merkmale sind ternäre Taktarten, die zum Beispiel die chinesische Musik nicht verwendet, und deutlich zu erkennende, sprachlich bedingte Stimm-Modulationen. Ein Harmoniesystem kennt man in der koreanischen Musik nicht. Diesen Mangel gleichen die Musiker durch melodische Ornamentierungen aus. Diese Ornamentierungen in Form von Klangbild, Kleinintervallen und Vibratos überraschen unsere Hörgewohnheiten.
Die koreanische Musik ist sehr rhythmisch. In der traditionellen Musik besteht ein Takt entweder aus zwölf oder aber aus neun Schlägen. Da ein Zwölfertakt unterschiedlich aufgeteilt werden kann, betonen die einzelnen Instrumente verschiedene Beats.
Beliebte Gattungen der Volksmusik sind Pansori, epische Geschichten, mit Gesang vorgetragen, sowie Sanjo, Improvisationen für Solo-Instrumente, die von Trommeln begleitet werden.
Aak bezeichnet die elegante Hofmusik Koreas. Ursprünglich ist Aak chinesischer Herkunft, eroberte aber die höfischen Genres in Korea. Heute kann man Aak nur noch selten hören.
Eine gute Gelegenheit Aak zu hören, bieten die großen konfuzianischen Rituale, die zweimal im Jahr in Seoul stattfinden. Aak wird hier als Cheryeak bezeichnet, die Musik zum Chongmyo Ancestral Ritual. Diese Musik stammt aus der Regierungszeit von König Sejong (1418-1450).
Eine Möglichkeit dieses Ritual mit der dazugehörigen Musik zu erleben, ist der erste Sonntag in jedem Mai, wenn die Nachfahren der Königsfamilie Chun ju Yi der königlichen Vergangenheit huldigen und die alten konfuzianischen Riten am Chongmyo-Schrein zelebrieren.
Hier können Sie bis zu zwanzig verschiedene klassische chinesische und koreanische Instrumente bestaunen und hören, die in zwei verschiedenen Orchestern arrangiert sind. Das Terrassen-Orchester wird als Tûngga bezeichnet und das Orchester vor der Terrasse als Hõnga. In der Chosõn- Periode bestand das Tûngga-Orchester aus einem Sänger und 36 Musikern. Das Hõnga-Orchester zählte sogar 72 Musiker.
Der Kunstgesang der koreanischen Literaten umfasst die Gattungen Kagok, Sijo und Kasa. Kagok sind zyklische, lyrische Gesänge. Sijo bezeichnet die kurzen lyrischen Gesänge. Kasa sind die erzählenden Lieder. Diese Gattungen werden bis heute gepflegt, und Sie können sie bei verschiedenen traditionellen Veranstaltungen hörten.
Traditionelle Musikinstrumente
Es gibt ungefähr sechzig traditionelle Musikinstrumente in Korea, die von Generation zu Generation weitergereicht und erlernt wurden.
Zwei Instrumente, die nachweislich schon im 6. Jahrhundert in Korea gespielt wurden, sind die Kayagûm (eine zwölfsaitige Zither) und die Kõmun-go (eine sechssaitige Zither). Beide Instrumente sind auch heute noch zu hören und haben ihren Platz in traditionellen koreanischen Orchestern.
Zur Zeit der Drei Königreiche wurden in Korea dann auch Instrumente aus anderen Kulturkreisen eingeführt, wie zum Beispiel Instrumente aus Tang-China. Diese Instrumente eroberten sich langsam ihren Platz in Korea, so daß es heute schwer wäre, diese Musikinstrumente aus der traditionellen Musik Koreas herauszustreichen.
Traditionelle koreanische Instrumente kann man in drei Gruppen einteilen: Saiten-, Blas- und Perkussionsinstrumente. Eine weitere Dreiteilung, die sich an der Herkunft orientiert, teilt die Instrumente in ursprünglich koreanische, Tang-chinesische und höfische Instrumente.
P´ansori

Am 08.11.2003 wurde die traditionelle koreanische Einmannoper P'ansori von der UNESCO zum geistigen Weltkulturerbe erklärt. Pansori ist damit das zweite immaterielle koreanische Kulturgut, das in die UNESCO-Liste der Weltkulturerben aufgenommen wurde. Im Jahre 2001 wurde bereits die Begleitmusik zur königlichen Ahnengedenkfeier, Chong-Myo-Je-Re-Ak, zum Weltkulturerbe bestimmt .
In Korea ist P'ansori schon am 24.12. 1964 zum Important Intangible Cultural Properties Nr.5 aufgestiegen.
P'ansori bedeutet, daß ein Sänger, eine lange Geschichte singend erzählt. Dabei werden Gesänge (sori), bestimmte Begriffe (aniri) und Gesten (neoreumsae) zum Rythmus des Trommlers vorgetragen. Es befinden sich während dem Vortrag nur zwei Personen auf der Bühne: der Sänger (kwanghae) und ein Trommler (kosu). Der Sänger nimmt während seines Vortrags die Rollen aller Personen an, die in seiner Geschichte auftreten.
Die Vorträge sind lebhaft, oft traurig, sehr lustig und durch die Eindringlichkeit des "heiseren" Gesangs berührend, selbst wenn einem als ausländischer Besucher oft die Geschichte fremd bleibt.
P'ansori wird zu langsamen (jinyangio=adagio) und schnellen (junmori=moderato) beats vorgetragen, abhängig von der Erzählsituation und dem Verlauf der Geschichte.
Der Vortrag wird immer wieder von Zwischenrufen des changgu-Spielers, der den Sänger anfeuern oder die Geschichte kommentieren möchte, ergänzt.
Der Ursprung dieses Gesangs ist nicht genau bekannt. Eine These geht davon aus, daß diese Kunstform bis in die Shilla-Periode zurückreicht. Eine andere These, die auf Untersuchungen im koreanischen Schamanismus verweist, behauptet, daß in den Vorträgen der muga insbesondere in den südlichen Regionen, in denen Erbschamanen (sesupmu) ihre Rituale abhielten (Bsp.: namhaean pyolshin kut ) der Ursprung des P'ansori zu suchen sein könnte.
In Korea ist P'ansori sehr beliebt und wer gelegentlich bei Arirang-TV reinzappt, der wird immer wieder die Gelegenheit haben, traditionelle P'ansori Gesänge zu bewundern.
P´ansori ist aber nicht nur eine Kunstform der Vergangenheit. Mit neuen Geschichten und Melodien versuchen insbesondere jüngere Sänger, den modernen Zeiten gerecht zu werden…ein Grenzgang zwischen Moderne und Tradition, der von der Lebhaftigkeit der koreanischen Kultur zeugt.
Berühmte Pansorisänger:
Kim Yeoran, Kim Yeonsoo, Kim Sohee sind Meister des Chunhyangga
Chung Gwonjin ist Meister des Shimcheongga
Park Rokjoo ist Meister des Heungboga,
Chung Yonghun, Park Chowoul sind Meister des Soogungga
Park Dongjin, Park Bongsul, Han Gapjoo sind Meister des Jukbukga