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Version 4.12

 

 

 

 
   
 

Geist und Ki

SamuraiFür einen Krieger ist eine Klinge Teil des Geistes und zugleich Ausdruck des Körpers, d.h. der Körper selbst. Geist und Ki des Schwertkämpfers wirken so auch durch das Schwert. Der Ausspruch «Katana-wa bushi-no tamashii desû» (Das Schwert ist die Seele des Kriegers) bringt den außerordentlichen Respekt zum Ausdruck, den die Japaner vor dem Schwert hatten. Aus diesem Grund besagte auch die Etikette, dass man unter keinen Umständen die Saia oder das Schwert eines Kriegers berühren durfte. Wenn er es ablegte, durfte man weiterhin auf keinen Fall einen Schritt über die Waffe machen. Ein Vergehen gegen die beiden genannten Vorschriften zog in der Regel unmittelbar den Tod des Verursachers nach sich.



In der Kamakura-Ära unterteilte man die Schwerter in Tachi, Katana und Wakizashi. Tachi und Katana waren Langschwerter und ähnelten einander sehr. Der Unterschied bestand in der Benutzung. Tachi wurden an der linken Körperseite am Gürtel hängend getragen, wobei die Schneide nach unten zeigte.

Das Schwertziehen erfolgte mit einem von unten nach oben verlaufenden Schnitt (Erde-Himmel-Schlag). Tachi wurden oft zu Katana umfunktioniert und auch auf dieselbe Weise getragen. Das Katana trug man schräg vor der linken Körperseite im Gürtel, wobei die Klinge nach oben zeigte. Das Schwertziehen erfolgte mit einem von unten nach oben verlaufenden Schnitt (Himmel-Erde-Schlag).


Etikette

SamuraiEin Schwertkämpfer gab sein Schwert normalerweise nie aus der Hand und wenn er dies tat (wie z.B. beim respekterweisenden Abknien oder zum Schlafen), dann bewahrte er es stets in greifbarer Reichweite auf. Besuchte man einen Freund oder eine höhergestellte Persönlichkeit, so stellte man lediglich das Langschwert im Vorraum des Hauses in den dafür vorgesehenen Ständer (Katanakake) bzw. übergab es einem speziell für den respektvollen Umgang mit dem Schwert geschulten Diener für die Dauer des Aufenthaltes.

Das Kurzschwert behielt man jedoch stets bei sich. Saß man sich gegenüber, so legte man sein Schwert rechts vom Körper (mit der Schneide zum eigenen Körper zeigend) in greifbarere Reichweite auf den Boden. Ein derartiges Ablegen des Schwertes signalisierte, dass man keinerlei üble Absichten hatte, denn das Schwert konnte aus dieser Position nicht überraschend eingesetzt werden. Dennoch durfte man seinem Gastgeber mit dem Schwert auf keinen Fall zu nahe kommen.

Die Klinge wurde lediglich auf ausdrücklichen Wunsch des Gastgebers völlig aus der Saia gezogen, um beispielsweise die hervorragende Schwertschmiedearbeit derselben zu bewundern. Auch hierbei wurde eine strenge Etikette eingehalten.


Man hielt das Schwert in gebührendem Abstand zu seinem Gegenüber mit der Spitze der Klinge senkrecht nach oben zeigend und zog die Saia langsam - Schritt für Schritt - mit der rechten Hand nach oben. Das Zurückstecken der Klinge geschah in umgekehrter Reihenfolge (gemäß der Schwertkampftradition waren alle Bushi auf einen rechtshändigen Umgang mit dem Schwert geschult; demzufolge bewies ein Griff mit der linken Hand die friedliche Einstellung des Schwertkämpfers).

Der Gastgeber war indes ebenfalls vorsichtig, auch wenn er zuhause seine Schwerter nicht am Körper trug. Vielmehr bewahrte er Lang- und Kurzschwert leicht erreichbar in einem Schwertständer auf, welcher derart positioniert war, dass die Waffen in Richtung der Tür gezogen werden konnten.


1877 war es lediglich im Dienst befindlichen Soldaten und Polizisten gestattet, ein Schwert zu tragen. Kendô als ein Weg der körperlichen Ertüchtigung, des reglementierten Wettkampfes und der Schulung des Selbst breitete sich an Japans Erziehungsanstalten immer weiter aus.

 

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