Beim Doppelstock gelten die gleichen Regeln, wie beim Einzelstock, lediglich wird bei einer Entwaffnung der Kampf nicht unterbrochen, sondern der Kampf wird fortgeführt, bis:
die Runde vor über ist, danach wird der Punkt für die Entwaffnung abgezogen, und die neue Runde wird erneut mit zwei Stöcken pro Kämpfer begonnen,
es zu einer Unterbrechung des Kampfes kommt, die auf den entwaffnenden K ämpfer zurückgeht, (der entwaffnete Kämpfer kann von sich aus keine Unterbrechung im Fluß bewirken)
der Entwaffnete innerhalb einer Runde auch den zweiten Stock verliert (TKO),
oder einer der K ämpfer zum dritten Male entwaffnet wird.
Kampfunterbrechung
n den nachfolgenden Fällen kann der Schiedsrichter den Kampf unterbrechen oder stoppen:
Wenn ein Kämpfer die Wettkampfzone verläßt oder sich anschickt, sie zu verlassen.
Wenn ein Kämpfer eine verbotene Handlung begeht.
Wenn es erforderlich ist, daß einer der Kämpfer seine Kleidung richtet.
Wenn ein Kämpfer verletzt ist.
Wenn ein Stock zerbricht, gespalten oder in sonstiger Weise unbrauchbar wird.
Wichtig! Die Zeitunterbrechung soll nicht von der Kampfzeit abgezogen werden.
Bewertung
Der Kampf wird entschieden durch mindestens 3 Kampfrichter. Ihre Entscheidung ist endgültig.
Der Schiedsrichter und die Linienrichter sollen in keiner Verbindung zu den Teilnehmern stehen, weder durch Schule, Club, oder familiäre Beziehungen. Diese Regel kann in Extremfällen gelockert werden, wenn nicht genug qualifizierte und erfahrene Schiedsrichter und Linienrichter zur Verfügung stehen.
Der Schiedsrichter hat die Verantwortung, den Kampf zu überwa chen, hierfür wird er/sie mit einem Stock zu seinem/ihrem Schutz ausgestattet.
Die Linienrichter sollen ihre Positionen außerhalb der Wettkampf zone in verschiedenen Ecken einnehmen.
Das Ergebnis des Kampfes soll auf technischem KO oder Punkten basieren, die von den Kämpfern erzielt wurden. Gepunktet wird nach dem 10-Punkte-Muß-System. Der Gewinner jeder Runde erhält 10 Punkte, der Verlierer 9, 8 oder 7 Punkte. Ausgeglichene Runden sollen 10 -10 gewertet werden.
Bei der Bewertung eines Kampfes sollten beachtet werden: Ergrei fung der Offensive, Defensive, sowie sauberes Schlagen, die Ring taktik, Technik, Sportlichkeit und Kontrolle des Tempos.
Der Gebrauch von untersagten Schlägen, Hieben oder anderen ver botenen Techniken resultiert in einer Verwarnung oder einem Straf punkt, der sofort nach dem Foul abgezogen wird.
Wiederholte Verwarnung für Fouls führt zu Punktabzug oder Disqualifikation.
Eine Wertung als Unentschieden erfolgt:
Wenn kein Ergebnis in einem Kampf zustande kommt, nachdem das Zeitlimit erreicht ist, oder wenn die Überlegenheit oder Unterlegenheit eines der Kämpfer nicht aus dem Vergleich ihrer Handlungen, ihrer Geschicklichkeit, Techniken oder anderer Bedingungen ersichtlich ist.
Wenn einer der Teilnehmer den Kampf durch eine Verletzung nicht fortführen kann, soll der Kampf aufgrund der folgenden Konditionen gewertet werden:
- Ist der Grund der Verletzung nicht ein verbotener Schlag, so soll der Verletzte zum Verlierer erklärt werden.
- Ist der Grund der Verletzung ein verbotener Schlag des Gegners, so soll dieser zum Verlierer erklärt werden.
Fur die Bewertung eines Kampfes sollte Ergreifung der Offensive (gewonnen hat, wer die meisten effektiven Schlage schlagt), Defensive (es mus eine Form von Blocken oder Ausweichen der Schlage erkennbar sein, ohne Defensive kann der Kampf nicht gewonnen werden), sowie sauberes Schlagen, die Ringtaktik, Technik, Sportlichkeit und Kontrolle des Tempos beachtet werden.
Erlaubte Techniken
Zielgebiete der Schläge sind alle Gebiete des Körpers, mit Aus nahme des Unterleibs, Hals (Nacken.Genick), Knie oder Gebiete unterhalb der Knie.
Schläge und Hiebe zu den Armen und zu den Händen sind erlaubt und gehen in die Wertung mit ein.
Schläge auf den Rücken sind erlaubt, jedoch nur, wenn sich beide Kämpfer ansehen.
Es werden nicht mehr als zwei aufeinanderfolgende, sich wieder holende Schläge auf das gleiche Ziel gewertet.
Es werden nicht mehr als zwei aufeinanderfolgende, identische Schläge zum selben Zielgebiet gewertet.
Wichtig Vor jedem Turnier sollte man sich informieren, ob Stiche zugelassen sind oder nicht und dies entsprechend in sein Trainingsprogramm aufnehmen.
Verbotene Handlungen
Schlagen, wenn der Gegner am Boden oder bewußtlos ist, oder
wenn der Gegner seine Aufgabe signalisiert.
Fäuste, Ellbogen, Knie, Tritte oder jegliche Art von Karate-Schlägen, eine Handabwehr zum Gesicht.
Böswillige Gewalt oder übertriebene Härte.
Absichtliches Verlassen der Wettkampfzone.
Schlagen, während man den Stock des Gegners hält.
Klammern oder Ringen.
Schläge gegen den Unterleib, den Hals, Knie und Gebiete unterhalb der Knie.
Stiche.
Mehr als zwei aufeinanderfolgende Schläge zu demselben Zielgebiet.
Double Hand Thrusts.
Wirbelschläge.
Richten der Kleidung, ohne Erlaubnis des Schiedsrichters.
Betreten der Wettkampfzone durch den Sekundanten.
Streiten bzw. Diskutieren des Teilnehmers oder seines Sekundanten mit dem Schiedsrichter.
Jegliche Unsportlichkeit, die den Gegner, die Turnierverantwortlichen oder das Publikum in Verlegenheit bringt, oder jegliche andere Handlung, die schädlich für den Geist des Eskrima ist. (Jede Situation, die nicht durch diese Regeln geklärt ist, wird von den Schiedsrichtern in Besprechung mit den Verantwortlichen des Turniers entschieden).
eder Teilnehmer, der verbotene Handlungen vornimmt, kann bestraft werden durch Punktabzug in seiner Trefferkarte oder durch Disqualifikation.
Jeder Teilnehmer, der 3 wiederholte Verstöße gegen die Regeln vornimmt, wird automatisch disqualifiziert.
Jeder Teilnehmer, der aufgrund einer Disqualifikation wegen eines
Fouls oder einer anderen verbotenen Handlung, die dem Geiste des Eskrima schadet, verliert, kann von der Teilnahme in zukünftigen Wettkämpfen oder ähnlichen Wettbewerben ausge schlossen werden.
Technisches KO
Wenn der Kampf abgebrochen wird, aufgrund der Einseitigkeit des Kampfes.
Auf Grund der Weigerung eines Teilnehmers, den Kampf fortzusetzen, oder durch die freiwillige Aufgabe eines Teilnehmers.
Der Gegner wird 3 mal entwaffnet oder verliert 3 mal seinen Stock.
Wenn der Sekundant des Teilnehmers die Wettkampfzone während des Kampfes betritt.
Wichtig! Als Entwaffnung gilt, wenn ein Teilnehmer seinen Stock an seinen Gegner verliert oder wenn ihm sein Stock aus der Hand geschlagen wird oder er ihn fallen läßt.